Sechs Wochen durch Südamerika

Intro

AMIGOS y AMIGAS! Es hat ein wenig gedauert, wieder in den Alltag zu finden (ohne dabei einzuschlafen), aber da so viele von euch nach einem Blogpost über meine Zeit in Südamerika gefragt haben, ist er nun online. Falls ihr also einen Trip in eines der Länder plant, hoffe ich euch einige hilfreiche Tipps geben zu können. Wir hatten wirklich eine mega Zeit mit Höhen & Tiefen, neuen Freunden und einer Menge Highlights. Vamos!

Brasil

Nach längerer Planung ging es Anfang Februar von Frankfurt am Main nach Rio de Janeiro – unser erster Stop. Und wer smart ist, merkt sofort: Februar? Rio? Karneval! Tatsächlich hatten wir das bei unserer Buchung nicht bedacht, aber natürlich war es ein netter Nebeneffekt. Rio ist unglaublich schön, aber leider auch unglaublich gefährlich, denn die Spanne zwischen reich und arm ist sehr drastisch und die Wirtschaft quasi am Boden. Da ich mich aber auf die positiven Dinge konzentriere möchte, lassen wir das mal außen vor.

Zwei Sachen vorweg: 1) UBER ist super günstig. 2) Es spricht kaum jemand Englisch …

… und auch Spanisch (trotz der Nähe zu Portugiesisch) bringt einem nicht sonderlich viel. Dafür ist das Brasilianische Portugiesisch für mich eine der schönsten Sprachen weltweit. Auch wenn man nichts versteht. Aber das ist Geschmacksache. Das Wetter in Rio ist unberechenbar, doch meist wunderschön. Die Area rund um Praia de Copacabana – also den Strand in Copacabana – ist größter als ich es mir vorgestellt habe und hat viele tolle Strände zu bieten. Die bekanntesten und zugleich touristischsten sind wohl Ipanema und Copacabana. Dort habt ihr als Touri nahezu keine Chance zu relaxen, denn ihr werdet alle paar Minuten von Verkäufern regelrecht genervt. Mein Lieblingsstrand in der Area war definitiv Leblon, welches auch zugleich eine etwas wohlhabendere Gegend ist. Doch mein Geheimtipp ist definitiv der Praia de Joatinga. Mit dem Uber so nah wie möglich ran und dann zu Fuß die Felsen runter und ihr habt eine kleine Ecke, die besonders unter der Woche kaum besucht und vergleichsweise sicher ist. Ein weiterer Geheimtipp: Unbedingt einen Helikopter-Flug machen (knapp 150€).

Karneval

Sicherlich für viele Touristen DAS Highlight schlechthin. Und folgendes widme ich besonders meinen Jungs. Als Europäer und Single habt ihr hier definitiv gewonnen. Für mich war es ehrlich gesagt nicht so besonders. Früh morgens laufen besoffene Kids durch die Gegend und singen Lieder in der Landessprache. Kennt man ja schon aus Köln. Nur haben die Leute in Rio wesentlich weniger an und das Wetter ist mal eben knapp 30 Grad wärmer, was die Sache doch um einiges attraktiver macht.

Wir hatten definitiv unseren Spaß bei all den vielen Blocos, denn die Stimmung war schon sensationell. Spannender anzusehen sind eventuell die großen Umzüge mit all den Kostümen und Choreographien, doch das stand nicht auf unserer Agenda. Was allerdings auf eurer Agenda stehen sollte ist ein Ausflug zu einem der vielen Wasserfälle. Wir waren in Alto Da Boa Vista unterwegs. Und zwar nur wir. Das war das verrückte. Einsam im Dschungel bei hohen Temperaturen und einem kalten Wasserfall. Definitiv eines meiner Top 3 Highlights auf der ganzen Reise.

Ansonsten gilt natürlich immer größte Vorsicht denn, wie bereits erwähnt, ist Rio de Janeiro sehr gefährlich. Ich war den ganzen Tag in Badehose unterwegs, samt Bargeld und iPhone und auch davon haben mir die meisten abgeraten. Hier gilt einfach höchste Vorsicht, doch auch die bringt oft nichts, denn beim Geld abheben wurde zum Beispiel meine Karte kopiert und am nächsten Tag einmal leer geräumt.

Alles in einem muss ich sagen, dass Rio auf jeden Fall eine Reise wert ist. Also solltet ihr Südamerika auf dem Schirm haben, ist Brasilien ein Muss.

Wohn-Empfehlungen

  • Rio de Janeiro • Leblon, Ipanema, Copacabana, Leme

Peru

Peru wiederum war ein krasser Kontrast zu Brasilien. Lima hat mich als Stadt zwar nicht wirklich gecatched, war aber in Sachen „Food“ ganz weit vorne. Von Lima ging es dann für 6 Tage nach Cusco, die Stadt der Backpacker. Von hier aus konnten wir die 4-tägige Inka Jungle Tour buchen (unbedingt vor Ort buchen und Preise vergleichen). Hierzu gehörte eine 50km lange Downhill-Fahrradtour, mehrere Wanderungen über insgesamt mehr als 30km sowie als Abschluss die Wanderung morgens um 4 Uhr Richtung Macchu Pichu. Einen Sonnenaufgang gemeinsam mit einem Lama schauen – gibt schlimmeres. Geschlafen wurde immer in verschiedenen Hostels, was alles im Preis von knapp 140€ mit inbegriffen war.

Und als wäre das nicht hart genug gewesen, ging es am letzten Tag von Cusco aus Richtung Montaña de Siete Colores, auch Rainbow Mountains genannt. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass der Berg den Fotos nicht gerecht wird, ist es dort oben in der Region doch recht trüb und teils nebelig. Allerdings ist das Erlebnis, auf 5.200 Meter zu wandern einfach unbeschreiblich – und anstrengend. Wie auch beim Hike zum Macchu Picchu waren wir hier tatsächlich als erste oben und konnten so einige Bilder einfangen ohne Touristen in bunten Trackingjacken. Der Weg runter war jedoch für mich persönlich etwas anstrengender und so kam es, dass wir – wieder angekommen im AirBnB – den restlichen Tag schlafend verbrachten. Aber die Eindrücke aus einer Woche Peru kann uns keiner mehr nehmen.

Wohn-Empfehlungen

  • Lima • Barranco
  • Cusco • Nähe „Plaza de Armas“

Colombia

Letzter Stop war für knapp 2 Wochen Kolumbien. Medellín, San Andrés, Cartagena, Bogotá.

Medellín war definitiv um einiges größer, als wir uns das vorgestellt hatten. Unfassbar, wie viel Geschichte diese Stadt geprägt hat. Narcos ist natürlich sehr fiktiv und mogelt ein bisschen Hollywood-Feeling in die Serie. Trotz alledem gab es hier viele Parallelen und es definitiv spannender Stories der Kolumbianer zu hören. By the way: UBER ist hier illegal (wird aber trotzdem betrieben), daher als Tipp: vorne einsteigen. In Medellín sollte man abends unbedingt in den Parque Lleras. Ein wunderschöner kleiner Fleck mit viel Grün, Beleuchtungen und tollen Restaurants.

Mein persönliches Highlight war tatsächlich San Andrés, eine kleine Insel in der Karibik, die noch zu Kolumbien gehört. Hier empfehle ich maximal eine Woche zu bleiben, da man hier nicht viel machen kann außer am Strand zu hängen, sich zu bräunen oder bei den umliegenden Inseln zu schnorcheln. Erholung pur!

Cartagena’s Highlight ist definitiv die Altstadt. Wunderschöne, bunte Häuser, die einem das Karibik-Feeling vermitteln. Das Viertel, wo am meisten geht ist Getsemani. Dort haben wir auch gewohnt, fußläufig zur Altstadt. Da wir allerdings eine ganze Woche dort waren, wurde es nach einigen Tagen etwas langweilig und auch anstrengend, denn die Stadt ist voll von Prostituierten, da dies ab 18 Jahren legal ist (so sagte man mir). Teilweise fühlte es sich wie eine Slamon-Strecke um Verkäufer und Prostituierte an – sehr anstrengend.

Zu guter letzt ging es für zwei Tage in die Hauptstadt – Bogotá. Hier konnten wir bei einem Kumpel schlafen, der dort lebt und uns auch ein paar Ecken zeigen konnte. Alles in einem waren aber unsere Akkus etwas leer, sodass die Vorfreude auf Deutschland doch am Ende immer größer wurde. Eventuell kann man das vermeiden, wenn man länger reist und so weniger Stress hat, so viel wie möglich in kürzester Zeit sehen zu wollen.

Wohn-Empfehlungen

  • Medellín • In/Um „Parque Lleras“
  • San Andrés • Nähe Flughafen
  • Cartagena • Getsemani und Altstadt
  • Bogotá • Bankenviertel

 

Natürlich ist jede Reise anders und ich kann nur für meine Erfahrungen sprechen, doch ich hoffe ihr konntet einen kleinen Eindruck von meiner Reise gewinnen. Ich bin wie immer froh über jede Art von Feedback via Instagram DM. Bis zur nächsten Reise! Eine Bildauswahl findet ihr wie gewohnt auf Instagram oder unten zum Scrollen.

Mucho Love,

Filli

 

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